FAIR-Daten in der Industrie
Warum das Prinzip aus der Wissenschaft zum Standard für Produktdaten wird

Nick Petrovic
Co-Founder
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Produktdaten sind nur so wertvoll wie ihre Nutzbarkeit. Wie das FAIR-Prinzip zeigt, wo Industrieunternehmen heute scheitern.
Was ist das FAIR-Prinzip?
FAIR steht für Findable, Accessible, Interoperable, Reusable – vier Prinzipien für hochwertige, nutzbare Daten. Ursprünglich aus der Wissenschaft stammend, sind sie heute der de-facto-Standard für industrielle Dateninfrastruktur und bilden die Grundlage für Initiativen wie den Digital Product Passport und die Asset Administration Shell (AAS).
Das Prinzip beantwortet eine einfache Frage: Wann sind Daten wirklich nutzbar – nicht nur vorhanden?
Die vier Prinzipien – und wo die Industrie heute steht
Findable – Auffindbar
Daten müssen mit eindeutigen Identifikatoren und Metadaten versehen sein, damit sie gefunden werden können. In der Praxis scheitert das bei Industriekomponenten regelmäßig: Dieselbe Schraube heißt beim einen Hersteller „Sechskantschraube M8", beim anderen „HEX BOLT M8x1.25". Ohne einheitliche Bezeichnungen sind Produkte systemübergreifend schlicht nicht auffindbar.
Accessible – Zugänglich
Daten müssen über standardisierte Protokolle abrufbar sein – für Menschen und Maschinen. Heute liegen Produktdaten in PDFs, gedruckten Katalogen und auf Herstellerwebseiten. Sie sind zwar theoretisch öffentlich, aber praktisch nicht maschinenlesbar und damit für digitale Systeme unzugänglich.
Interoperable – Kompatibel
Daten müssen in einem gemeinsamen Format vorliegen, das systemübergreifend funktioniert. Aktuell arbeitet jeder Hersteller mit eigenen Attributnamen, Einheiten und Strukturen. Ein ERP-System kann diese Daten nicht direkt mit einem PLM-System abgleichen – Interoperabilität ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Reusable – Wiederverwendbar
Daten müssen so aufbereitet sein, dass sie in verschiedenen Kontexten wiederverwendet werden können. Statt einmaliger Excel-Exporte braucht es eine persistente Datenschicht, die gleichzeitig in Engineering, Procurement und Product Management genutzt werden kann.
Wie collatio das FAIR-Prinzip umsetzt
collatio ist keine Datenbank – sondern eine Intelligence-Schicht, die fragmentierte Produktdaten FAIR macht.
Findable: collatio normalisiert Produktbezeichnungen und technische Merkmale über Hersteller hinweg. Produkte werden per Artikelnummer oder technischem Parameter auffindbar – unabhängig davon, wie der jeweilige Hersteller sie benennt.
Accessible: collatio extrahiert Produktdaten automatisiert aus Websites, PDFs und Katalogen und stellt sie über eine strukturierte API bereit – für menschliche Nutzer heute, für autonome KI-Agenten morgen.
Interoperable: collatio mapped alle Produktdaten in etablierte Industriestandards wie ETIM, eClass und die Asset Administration Shell (AAS) – die gemeinsame Sprache, auf die sich die Industrie im Rahmen von Manufacturing-X und dem Digital Product Passport einigt.
Reusable: Die harmonisierte Datenschicht von collatio fließt direkt in PLM-, ERP-, PIM- und Analytics-Systeme. Einmal aufbereitet, steht sie für Engineering, Procurement und Product Management gleichzeitig zur Verfügung – ohne manuelle Nacharbeit.


